In der Veterinärmedizin wird Pflanzenkohle seit vielen Jahrhunderten eingesetzt. Die enorm große Oberfläche der Kohle führt dazu, dass sich in den feinen Poren Schadstoffe einlagern können (Adsorption). Auf diese Weise können Gift- und Schadstoffe im Magen- und Darmtrakt gebunden und auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden werden. Gleichzeitig gelangt die Pflanzenkohle über die Tiere in Gülle und Festmist und kann dort weitere positive Eigenschaften entfalten.
Auch in Biogasanlagen kann Pflanzenkohle gezielt eingesetzt werden. Aufgrund ihrer porösen Struktur bietet sie Mikroorganismen zusätzliche Lebensräume und kann unerwünschte Stoffe im Fermenter adsorbieren. Dadurch kann die Prozessstabilität verbessert werden. Mit dem Gärrest verlässt die Pflanzenkohle anschließend die Biogasanlage und kann gemeinsam mit den darin enthaltenen Nährstoffen wieder in den landwirtschaftlichen Kreislauf zurückgeführt werden.
Im Boden kann die Pflanzenkohle schließlich Nährstoffe und Feuchtigkeit aufnehmen, speichern und bei Bedarf wieder an die Pflanzen abgeben. Gleichzeitig können die biologische Bodenaktivität, der Humusaufbau und die Bodenfruchtbarkeit positiv beeinflusst werden. So entsteht eine Wirkkaskade von Tier bzw. Biogasanlage über Wirtschaftsdünger und Gärreste bis hin zum Boden, bei der die Pflanzenkohle in mehreren Stufen sinnvoll genutzt werden kann.